Konstantin Küspert

Der Westen

Uraufführung

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Lucky Luke, Superman, Captain Picard, Dagobert Duck stehen als (popkulturelle) Helden der westlichen Welt für unterschiedliche Zuschreibungen: Freiheit, Individualität, Pioniergeist und Gier. "Den Westen" könnte es bald nicht mehr geben. Was vor kurzem noch undenkbar war, es scheint nun möglich. Der Westen als geopolitische Himmelrichtung beherrscht den Globus bis in die Gegenwart hinein. Er gründet auf einer gemeinsamen, von den USA garantierten transatlantischen Sicherheit und auf gemeinsamen politischen und gesellschaftlich-kulturellen Werten wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Marktwirtschaft. Es gibt den Westen nicht ohne Europa und es gibt ihn nicht ohne Nordamerika. Der drohende Zerfall der EU als Friedens- und Wertebündnis, die nationalistischen Strömungen in Europa und nicht zuletzt die Abkehr der USA von der westlichen Gemeinschaft werden die Machtverhältnisse auf dem Globus verändern. Er wird sich weiterdrehen. Vielleicht rückt das Zentrum nach Russland oder nach China, als dem unfreiwilligen neuen Garanten für den freien Welthandel und den globalen Klimaschutz, von Amerika dazu gedrängt? "Go West" war ein Traum von unbegrenzter Freiheit, unerschöpflichen Möglichkeiten, die Sonne im Rücken durch weites Land dem Abend entgegen. Wendet man den Bick um auf der Kugel, nach Osten zum Sonnenaufgang, sieht man am Horizont vielleicht wieder die Tracks gen Westen ziehen.

Der junge Dramatiker Konstantin Küspert hat nach "rechtes denken" und "europa verteidigen" (Publikumspreis bei den Mülheimer Theatertagen "Stücke 2017") zum dritten Mal ein Stück für das Bamberger Ensemble geschrieben.

Aufführungsdauer: 1 Stunden und 45 Minuten, keine Pause

 In Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen 

 

 Realisiert aus Mitteln des THEATERPREIS DES BUNDES   

Regie Sibylle Broll-Pape
Bühne und Kostüme Trixy Royeck
Video Manuela Hartel
Dramaturgie Remsi Al Khalisi